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  • Andrea Simon

Der Unternehmens-Schweinehund


Bürohunde haben wir in den vergangenen Monaten immer wieder gesehen. Bei Videokonferenzen mit Kolleginnen im Home Office haben wir sie immer wieder im Hintergrund gehört oder durch das Bild laufen sehen. Auf LinkedIn Bildern haben wir die Diversität der kleinen und großen, wuscheligen und eleganten Bürohunde kennengelernt. Auch unter den Schreibtischen von Architekten und Kreativen lugten in den vergangenen Jahren immer wieder feuchte Schnauzen heraus.


Erstaunlich unsichtbar dagegen ist der Unternehmens-Schweinehund. Zwar ist er weit verbreitet in Unternehmen jeglicher Branche und Größe. Trotzdem bekommt er viel weniger Aufmerksamkeit als seine zwei Verwandten: Sein tierischer Kollege, der Bürohund, und sein Namensvetter, der innere Schweinehund.


Den gemeinen inneren Schweinehund hat wohl jeder schon einmal persönlich kennengelernt. Der eine oder die andere haben ihn sicherlich kennengelernt, als sie doch eigentlich Sport machen wollten. Und dann doch der Schweinehund die Vorsätze durchkreuzte und die Pläne zerschoss. Manch einem begegnet er beim Blick auf dem Ablagestapel, auf dem sich zwar Wichtiges, aber nichts Dringliches sammelt.

Dieser innere Schweinehund lebt meist in friedlicher Koexistenz mit seinen Herrchen und Frauchen. Sie ärgern sich zwar immer wieder über ihn, versuchen ihn dann und wann abzuschütteln, lassen sich dann doch oft von ihm aufhalten und sagen mit entschuldigendem Lächeln: „Naja, so ist das halt.“


Ganz ähnlich verhält es sich beim Unternehmens-Schweinehund. Sein Revier sind Unternehmen jeglicher Branche und Größe. In der einen Firma zieht er sich mehr in einen Bereich zurück, in der anderen streunt er über das gesamte Werksgelände. Wo er ist, ziehen sich Prozesse in die Länge, werden Pläne verschlampt und Reibereien verursacht. Wer ihn „bei Fuß“ hat, sagt Sätze wie: „jaja, es könnte besser laufen, aber so ist das halt…“ Und man sieht, wie Menschen mit großer Anstrengung in kleinen Schritten versuchen, mit dem Unternehmens-Schweinehund am Bein, vorwärts und mühsam zum Ziel zu

kommen.

Von außen möchte man ihnen zurufen: „Schüttele den Unternehmens-Schweinehund ab! Dann geht es leichter und schneller. Dann bist du erfolgreicher!“


Wie wir vom inneren Schweinehund wissen, ist das leichter gesagt als getan. Schließlich steckt auch hinter dem Unternehmens-Schweinehund kein wuscheliger tierischer Freund. Aber mit etwas Einsatz lässt sich im Unternehmensalltag der jeweilige „Unternehmens-Schweinehund“ fassen und aus dem Weg räumen. Damit es auf dem weiteren Weg besser, leichter und schneller geht. Wir packen das mit Ihnen an!