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  • Andrea Simon

Halbzeit 2020

Pfiff – Halbzeitpause. Die Spieler wischen sich den Schweiß von der Stirn. Verschwitzt gehen sie vom Platz. Sie sind körperlich erschöpft nach anstrengenden 45 Minuten Spiel. Manche auch ausgelaugt oder aufgewühlt.


Nun können sie – zumindest kurz – durchatmen und Energie tanken. Sie können sich als Mannschaft mit dem Trainer sammeln. Mit dem Trainer, der in diesen Minuten so entscheidend ist: Er zieht Resümée der ersten Halbzeit, er motiviert seine Mannschaft und er ist derjenige, der sie schließlich wieder auf den Platz schickt.



Uns scheint es nach der ersten Hälfte dieses Jahres ähnlich zu gehen wie einer verschwitzten Fußballmannschaft:


Für Unternehmen wie Mitarbeiter waren die vergangenen Monate herausfordernd. Herausfordernd in vielerlei Hinsicht – abhängig von Branche, Auftragslage und persönlicher Lebenssituation. Die einen hatten mit der Mehrfachbelastung durch Home Office und Home Schooling, die anderen mit der Einsamkeit in der Lock-Down-Isolation zu kämpfen. Während sich viele um die finanzielle Tragfähigkeit des Unternehmens oder ihrer Existenz sorgten, mussten andere den einströmenden Aufgaben Herr werden.

Nun ist es Zeit. Zeit für eine Halbzeitpause.

Fußballer nutzen ihre Halbzeitpause nicht nur zum Trinken und Energie tanken. Sie sitzen nicht jeder in seiner Ecke, vielmehr sitzen sie zusammen. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht die Mannschaft die erste Halbzeit bewältigt hat. Kein Trainer würde auf die Idee kommen, die Spieler alleine ohne Briefing einfach weiterspielen zu lassen. Ohne Halbzeitpause würde die Mannschaft während des Spiels immer stärker taumeln.


Weder Trainer noch Mannschaft wissen, wie anstrengend die zweite Halbzeit wird. Es ist unklar, ob es eine Verlängerung geben wird, sie sich im Elfmeterschießen bewähren müssen oder was die brenzligen Herausforderungen sein werden. Aber dem Trainer ist klar, dass die Spieler durchhalten, zusammenhalten und ihre Stärken auf den Platz

bringen müssen. Um ideal für alle Unwägbarkeiten aufgestellt zu sein.


Die Halbzeitpause im Fußball ist kein Gruppen-Wellness. Sie ist häufig der Wendepunkt im Spiel, nach dem die Mannschaft alles gewinnen oder verlieren kann.

Warum nicht im Unternehmen eine Halbzeitpause einlegen?

Als Führungsperson sind Sie der Trainer, der jetzt sein Team ermutigen und neu aufstellen muss. Die Stärken und Schwächen, die sich in der ersten Halbzeit gezeigt haben, sind wichtige Erfahrungen. Sie werden die zweite Halbzeit maßgeblich bestimmen. Es wäre grob fahrlässig, sich nicht mit diesen auseinanderzusetzen.