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  • Anette Fintz

You never get a second chance to make a first impression

So gelingt der Start in den neuen Job


„Licht aus – Spot an!“ das erlebt jeder, der eine neue Führungsposition antritt. Momentan können wir am Beispiel von Joe Biden, Armin Laschet oder Roland Busch beobachten, welchen Beobachtungsmechanismen Menschen ausgesetzt sind, wenn sie eine neue Führungsverantwortung antreten und … in den ersten 100 Tagen sind.

Es war Präsident Roosevelt, der zum eigenen Amtsantritt „die ersten 100 Tage“ zu einer symbolischen Zeitspanne erhob. Seither gelten „die ersten 100 Tage“ als Symbol für einen ganz besonderen Abschnitt, in dem eine Vielfalt von Bildern und Projektionen zur Tagesordnung gehören. Kurz: der Spot ist an.


Diesem Druck standzuhalten, gehört schon zu den ersten Herausforderungen im neuen Job. Tatsächlich wird man selten so genau beobachtet wie in dieser Phase. Selten hat man so viele Möglichkeiten sich ein Standing aufzubauen oder es sich für längere Zeit zu „versauen“. Das heißt auch: selten ist die Gefahr so groß, in eine Fall zu tappen, die der dänische Philosoph Kierkegaard so beschreibt: „Fast alle Menschen leiden an einer der beiden Zustände: Sie wollen entweder auf keinen Fall sie selbst sein – oder sie wollen unbedingt sie selbst sein.“

Die größte Herausforderung wird darin bestehen, die Balance zu halten zwischen Selbstdarstellung und Zurückhaltung, zwischen entschiedenem Zeichensetzen und klugem Beobachten. Diesen Seiltanz kann nur mit Bravour bestehen, wer sich nicht auch noch den Stress macht, eine Rolle zu spielen, sondern darauf setzt, „einfach“ selbst zu sein.


In den Jahren der Begleitung von Führungspersonen haben sich folgende vier Schritte als hilfreich erwiesen, um die Herausforderung der ersten 100 Tage zu meistern und dabei nicht in die Kierkegaard’sche Falle zu tappen:


Reflektieren

- Was hat mich bisher erfolgreich gemacht?

- Wo liegt meine ganz persönliche Schwäche?

- Wo könnte meine Stärke zur Schwäche ausarten?


Sortieren

- Was erwarten andere, was erwarte ich von mir selbst im neuen Job?

- An welchen Stellen könnte ich ein klares Profil zeigen?

- Welche Menschen und Positionen sind strategisch besonders wichtig?


Vorbereiten

- Wie und in welchem Rahmen werde ich mich vorstellen?

- Welches Setting kann mir helfen, um meine Umgebung kennenzulernen?

- Welche Zeichen setze ich mit meinem Auftreten (Kleidung, Sprache, Gestik, Verkehrsmittel)?


In den ersten 100 Tagen

- Freiwillige Aktivitäten etwas zurück stellen – Anfangen kostet nicht nur Zeit, sondern vor allem Kraft.

- Was überrascht mich, was übersehe ich?

- Fangen Sie nur an, was Sie ganz sicher durchhalten können!